Kartoffeln richtig pflanzen

Der Tag der Kartoffel findet jährlich am 19. August statt. In den USA gibt es außerdem einen Tag der Kartoffelchips am 14. März. Und dann ist es auch höchste Zeit, Kartoffeln aufzusetzen, damit sie Mitte April gepflanzt werden können. Aber wie genau geht das eigentlich? Wir erklären Ihnen, was Sie beachten müssen, damit Sie sich über eine hervorragende Kartoffelernte freuen können.

Kartoffeln pflanzen: So geht es richtig

Ab Anfang/Mitte März können Kartoffeln vorgekeimt werden. Das gibt einen Vegetationsvorsprung von etwa 2 Wochen. Dazu legen Sie die Pflanzkartoffeln in Kisten nebeneinander aus und stellen die Kisten hell bei etwa 15 Grad. Bei ausreichend Licht können die Kartoffeln dicke, feste Keime entwickeln, die beim Pflanzen weniger leicht abbrechen, als die dünnen Dunkelkeime. Wenn dann gepflanzt wird brauchen vorgekeimte Kartoffeln mindestens 7 Grad Bodentemperatur während die nicht vorgekeimten gerne 10 Grad haben sollten.

Pflanzabstand und -tiefe

Es hat sich bewährt, Kartoffeln in Reihen zu pflanzen, diese Reihen sollten mindestens 70 cm Abstand haben. Die einzelnen Pflanzlöcher sollten einen Abstand von 30-40 cm haben. Die Pflanztiefe ist 7-8 cm. Praktisch ist es, Kartoffeln zu Zweit zu pflanzen: Einer macht einen breiten Schlitz mit dem Spaten, der andere legt die Kartoffel ein. Eine Kartoffel pro Pflanzloch, wenn man knapp hat, reicht auch eine halbe, diese sollte aber mit Augen und Keimen gut ausgestattet sein. Das ist die verbreitetste Art, Kartoffeln zu pflanzen, diese werden dann später gehackt und gehäufelt. Doch dazu später mehr.

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Es besteht auch die Möglichkeit, die Kartoffel direkt in einen fertigen Damm zu setzen, hier wird sie etwa 12 bis 15 cm tief gepflanzt, je nach Dammhöhe! So spart man sich das Häufeln.

Standort und Nachbarschaft

Im Garten sollten Kartoffeln jedes Jahr auf anderen Beeten angebaut werden. Sie sind Starkzehrer und benötigen eine gute Versorgung mit Nährstoffen. Wir düngen unsere Kartoffeln mit Kompost und Animalin von Oscorna, einem organischen Volldünger. Schlechte Nachbarn für Kartoffeln sind Kürbis und Sellerie, auch Sonnenblumen, gute Nachbarn dagegen Kohl, Tagetes und Spinat.

Es ist auch gut möglich, Kartoffeln im Kübel zu kultivieren, nehmen Sie einen 20 bis 30 l Topf/Kübel für eine Pflanze. Dieser sollte ein Abzugsloch haben, damit keine Staunässe entsteht. Der Standort für Kartoffeln sollte gerne sonnig sein.

Wann hacken, wann häufeln, wann gießen?

Gehackt wird nach Bedarf. Kartoffeln kommen bei warmem Wetter im Frühling relativ schnell aus der Erde, wenn man die Reihen erkennen kann, ist eine gute Zeit, das erste Mal zu hacken. Sind die Triebe schon etwas größer, wird gehäufelt. Das bedeutet, dass man die die Pflanzen umgebende Erde zu Wällen an die Pflanzen zieht. Gehäufelt wird 2-3 Mal während der Wachstumszeit. Diese häufige Arbeit in den Kartoffeln ist ein Grund, weshalb gern geraten wird, in einem neuen Garten erstmal Kartoffeln anzupflanzen, denn durch das viele Hacken und Häufeln wird man eine Menge Unkraut los. Kartoffeln brauchen relativ viel Wasser, wenn der Sommer sehr sehr trocken ist, sind sie für zusätzliches Beregnen dankbar. – Und in der Zwischenzeit genießen Sie die Blüten der Kartoffeln! Es gibt so viele schöne Sorten und die blühen alle in unterschiedlichen Farbchangierungen.

Der richtige Zeitpunkt für die Ernte

Irgendwann bekommen die Kartoffelpflanzen Krautfäule, dann stirbt das Grün ab und die Zeit für die Ernte ist gekommen. Was ist es für eine Freude, die ersten neuen Kartoffeln aus der Erde zu bergen und mit Butter und Salz zu probieren! Das ist Gartenglück! Gelagert werden sollen die Kartoffeln in Kisten, schadhafte Knollen aussortieren! Der Lagerplatz soll dunkel und frostfrei sein.

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Verlockende Vielfalt: Kartoffelsorten

Längst ist der Siegeszug der Kartoffel nicht mehr aufzuhalten – und was sind wir froh, dass wir heute diese köstlichen Knollen essen dürfen. Es soll mehr als 500 Sorten geben. Wir haben in unserer Gärtnerei etwa 20 Sorten, gelbe und rote und violette ausprobiert und stellen Ihnen einige unserer Favoriten vor:

Annabelle 2002 (NL)

sehr frühe Sorte, festkochend

Die eher länglichen Knollen dieser holländischen, jungen Sorte sind von sehr guter Speisequalität mit feinem Kartoffelgeschmack und gelbem Fleisch. Sehr früh im Jahr lässt sich Annabelle als Speise-, Pell-, oder Salzkartoffel verwenden. Und es ist doch überall so: Über die Frühesten freut man sich am Meisten!

La Ratte 1872 (F)

frühe Sorte, festkochend

Die Franzosen sagen: „Es gibt die La Ratte und es gibt andere!“ Ein Beleg dafür welchen Stellenwert diese über hundertjährige Sorte in dem Land der Feinschmecker hat. Sie ist ein Delikateß- Hörnchenkartoffel mit vorzüglichem Aroma, welches sich im kalten Zustand noch steigert. Ihr Anbau ist sie nicht ganz einfach, sie ist anfällig für Kraut und Knollenfäule und benötigt garen Boden und eine gute Wasserversorgung.

Laura 1998 (D)

mittelfrüh, vorwiegend festkochend

Eine Kartoffel mit fantastischem Geschmack! Hinter ihrer roten Schale mit gelbem Fruchtfleisch verbirgt sich ein wunderbar kräftiges Aroma bei gleichzeitig gutem Ertrag und nematodenresistenten Eigenschaften. Eine sehr gute Alternative zu gelben Kartoffelsorten.

Rote Emmalie 2004 (D)

mittelfrühe Sorte, vorwiegend festkochend

Bestechend durch ihr außergewöhnlich intensiv rotes Fleisch, ihre elegante, längliche Knolle und ihren sehr guten Geschmack ist sie ein `Eyecatcher` auf jedem Teller. Sie findet Verwendung als Speise-, Salat-, Pürree-, oder Pellkartoffel. Als rosarote Gnocchi wird sie zum Farbtupfer und Erlebnis. Die Rote Emmalie war 2018 die Kartoffel des Jahres.

Rosa Tannenzapfen 1850 (GB)

sehr späte Reife, festkochend

In England auch `Pink Fir Apple` genannt, ist sie die älteste, bekannte Sorte überhaupt. Die hörnchenförmige Knolle hat einen außergewöhnlich kräftig-würzigen Geschmack, das Pellen ist nicht nötig, sie kann sehr gut mit Schale gegessen werden. Eine Delikatesse, die schon aufgrund ihrer Historie probiert und geschätzt werden sollte.

Salad Blue

mittelfrühe Sorte, festkochend

Blaufleischige Kartoffel, die die Farbe nach dem Kochen gut behält. Die Schale ist sehr dunkel blau, das Fleisch blau-violett. Die schottische Kartoffelsorte eignet sich als Salatkartoffel, Salz- und Pellkartoffel. Eine blaue Kartoffel ist ein wirkliches Erlebnis!

Anhang 1: Eine kurze Geschichte der Kartoffel

Kartoffeln wurden schon vor 10000 Jahren in den Anden angebaut, nach Europa brachten spanische Eroberer die Knollen im 16. Jahrhundert. Hier in Deutschland begann die Zeit der Kartoffel eher holprig. Die Menschen konnten mit den Pflanzen zuerst nichts anfangen, man aß die oberirdischen Früchte (die nicht gut bekömmlich sind) und es brauchte eine List von Preußenkönig Friedrich II., der erkannt hatte, dass der Kartoffelanbau die Getreidemissernten ausgleichen und die Soldaten ernähren könnte. Er ließ kostenlose Pflanzkartoffeln verteilen, doch die Menschen wollten nicht recht. Also baute er auf königlichen Flächen Kartoffeln an, ließ diese streng bewachen, das weckte die Neugier der Untertanen. Sie stahlen die Kartoffeln und bauten sie dann doch selber an.

Den endgültigen Durchbruch hatte der Kartoffelanbau durch Krieg und Hunger, denn sie liefern auf gleicher Fläche 3-4 x so viele Kalorien, wie Getreide.

Anhang 2: Eine Glosse zur Kartoffel aus Chicago

Ein alter Araber lebt seit mehr als 40 Jahren in Chicago. Er würde gerne in seinem Garten Kartoffeln pflanzen, aber er ist allein, alt und schwach. Deshalb schreibt er eine E-Mail an seinen Sohn, der in Paris studiert.

"Lieber Achmed, ich bin sehr traurig weil ich in meinem Garten keine Kartoffeln pflanzen kann. Ich bin sicher, wenn du hier wärst, könntest Du mir helfen und den Garten umgraben. Dein Vater."

Prompt erhält der alte Mann eine E-Mail: “Lieber Vater, bitte rühre auf keinen Fall irgendetwas im Garten an. Dort habe ich nämlich 'die Sache' versteckt. Dein Sohn Achmed." Keine sechs Stunden später umstellen die US-Army, die Marines, das FBI und die CIA das Haus des alten Mannes. Sie nehmen den Garten Scholle für Scholle auseinander, suchen jeden Millimeter ab, finden aber nichts. Enttäuscht ziehen sie wieder ab.

Am selben Tag erhält der alte Mann wieder eine E-Mail von seinem Sohn: "Lieber Vater, ich nehme an, dass der Garten jetzt komplett umgegraben ist und du Kartoffeln pflanzen kannst. Mehr konnte ich nicht für dich tun. In Liebe, Achmed"

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