Blumenzwiebeln: Wundervolle Überraschungen in jedem Frühjahr

Was gibt es im Winter Schöneres als die Vorfreude auf die ersten kleinen Frühlingsboten, die schon im Februar ihre Köpfe aus der Erde stecken? Die ganz frühen Zwiebelblumen sind unserer Meinung nach die allerwichtigsten, weil wir uns gerade im zeitigen Frühjahr so sehr über jedes bisschen Farbe freuen.

Winterlinge, verschiedene Schneeglöckchen, wilde Krokusse, Märzbecher und kleine Zwiebeliris: Sie müssen unbedingt sein. Winterlinge haben manche Leute wie Unkraut und bei anderen mögen sie sich nicht so recht etablieren. Das liegt zum einen am Boden (Winterlinge wollen einen eher frischen Boden, sollten also nicht zu trocken stehen) und zum anderen daran, dass die Knollen eingeweicht werden sollten, bevor sie gepflanzt werden.

Märzbecher: Kapriziöse Schönheiten

Auch Märzbecher gelten als recht zickig. Sie wollen ebenfalls feuchten Boden und das Wichtigste bei ihnen ist, dass die Zwiebeln auf keinen Fall lange (trocken) lagern dürfen, sie trocknen schnell aus – und dann wird nichts mehr draus.

Wilde Tulpen, Narzissen und mehr

Nach den allerersten Frühlingsboten kommen dann schon die frühen Wildtulpen und -narzissen, ebenso wie die prachtvollen großen Sorten; ganz wichtig auch Dichternarzissen, Kaiserkronen und Schachbrettblumen. Die hatte Oma schon im Garten. Kaiserkronen sind für manche Gartenfreundin allerdings große Stinker (die Literatur beschreibt ihren Geruch als “Raubtiergestank”), andere wiederum lieben sie sehr und bedauern, dass sie irgendwann schlechter blühen. Da kann es helfen, die Zwiebeln in der Ruhezeit einmal aufzunehmen, neu zu pflanzen (doppelt so tief, wie die Zwiebel dick ist) und zur Austriebszeit eine Düngergabe zu verabreichen. Wenn Tulpen und Narzissen im ersten Jahr blühen und später nicht so gut wieder kommen, dann liegt es fast immer an der fehlenden Nährstoffversorgung. Zwiebeln wollen jedes Jahr zur Zeit des Austriebs einen phosphorbetonten Volldünger um für die nächste Gartensaison gut versorgt zu sein.

Prachtvoller Geheimtipp: Präriekerzen

Immer noch relativ unbekannt, dabei aber umso bezaubernder sind Präriekerzen (Camassia-Hybriden), deren Blütenkerzen aus lauter blauen Sternen zu bestehen scheinen. Sie mögen frische Böden in der Sonne und kommen zuverlässig jedes Jahr wieder.

Elegante Begleiter: Steppenkerzen

Auch die Steppenkerzen (Eremurus) werden im Herbst gepflanzt. Ihre Knollen sehen aus wie Kraken: ein dicker Knubbel in der Mitte und etliche Arme, die davon seitlich abzweigen. Gerade die kerzenförmigen Zwiebelblumen sind so schöne Begleiter für viele Frühsommerstauden und auch im Blumenstrauß machen sich Kerzen immer gut.

Vielgestaltige Verwandtschaft: Zierlauch

Eine relativ neu entdeckte und schon zu großer Beliebtheit gelangte Zwiebelblumengruppe sind die vielen charmanten Zierlaucharten, Verwandte von Porree und Schnittlauch. Sie verzaubern mit ihren kugeligen Blütenbällen in wundervollen Lilatönen den Frühsommer. Gestalterisch sind die Zierlauchkugeln sehr attraktiv, weil sie so schön aus dem wolkigen Gewuschel von Katzenminze und Co. herausragen! Es beginnt im Mai mit der knallvioletten Sorte “Purple Sensation”, dann begleiten einen die Kugeln in purpur, lila, weiß oder blau durch den ganzen Sommer. Ganz spät dran sind dann der kompakte Trommelstocklauch (Allium sphaerocephalon) und der geheimnisvolle weinrote Allium atropurpureum.

Blumenzwiebeln

Tipps für dauerhafte Blumenzwiebelfreude

  • Pflanzung: Pflanzzeit für Blumenzwiebeln zur Herbstpflanzung ist ab Mitte September. Bis auf wenige Ausnahmen werden alle Blumenzwiebeln doppelt so tief gepflanzt, wie die Zwiebel dick ist. Gerne kann beim Pflanzen etwas reifer Kompost oder organischer Volldünger mit ins Pflanzloch gegeben werden.
  • Boden: Falls der Boden sehr verdichtet ist, sollte er mit etwas Sand lockerer und durchlässiger gemacht werden.
  • Düngung: Alle Zwiebeln, egal ob Zierlauch, Narzisse oder Tulpe, wollen im Austrieb gedüngt werden. Dann kommen sie auch im kommenden Jahr gut wieder. Dafür eignet sich ein Volldünger, gerne organisch, wir empfehlen Animalin von der Firma Oscorna.
  • Laub: Wichtig ist außerdem, das vergilbende Laub nicht zu entfernen. Erst wenn es wirklich ganz trocken und braun ist, kann es weg.
  • Ruhephasen: Die frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen brauchen nach der Blüte eine Ruhephase. Das ist zu bedenken, wenn zum Beispiel Krokusse oder Narzissen in den Rasen gesetzt werden – wenn dieser dann stark gedüngt und gewässert wird, mögen das die Zwiebeln nicht. Und auch Tulpen, die in Beeten stehen, in denen im Sommer Prachtstauden üppig gewässert werden, sollten lieber nach der Blüte aufgenommen und trocken übersommert werden.

Zwiebeln für jede Jahreszeit

Blumenzwiebeln haben ihren eigenen Rhythmus. Neben den beschriebenen Frühlingsblühern gibt es noch die herbstblühenden Blumenzwiebeln. Das sind Herbstzeitose und herbstblühende Krokusse. Diese werden im August gepflanzt und blühen noch im gleichen Jahr, im Oktober und November.

Eine dritte Zwiebelgruppe sind die Sommerblüher, das sind viele bei uns nicht winterharte Arten, wie Dahlien, Montbretien, Gladiolen oder Kaphyazinthen, sie werden im späteren Frühjahr gepflanzt, blühen dann im Sommer und brauchen ihre (oft frostfreie) Ruhepause im Winter.

Die drei Pflanzzeiten für Blumenzwiebeln

Nach den unterschiedlichen Wachstumszyklen der Blumenzwiebeln richten sich auch die Pflanzzeiten. Bei uns in der Staudengärtnerei Bornhöved ist dreimal im Jahr Zwiebelzeit:

  1. Anfang April gibt es die Zwiebeln zur Frühjahrspflanzung.
  2. Mitte August werden Herbstzeitlose und Herbstkrokusse sowie Madonnenlilien angeboten.
  3. Mitte September beginnt dann die Pflanzzeit für die frühjahrsblühenden Zwiebeln: Krokusse und Schneeglöckchen, Narzissen und Tulpen, Bluebells und eine üppige Auswahl an Zierlauch.
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