Der Garten als Lernort

Alles Verständnis fängt mit Bewunderung an. (Goethe) 

Neben der Bewegung an der frischen Luft und der Freude an Blumen und Gemüse hat die Beschäftigung mit Pflanzen und Natur viele Vorteile und wir können eine Menge daraus lernen.

zum Beispiel Geduld ...

Garten heißt warten, so sagt man und das stimmt ja auch: manche Saat braucht ein Jahr bis sie keimt und bis ein kleiner Apfelbaum Früchte trägt, vergehen mehrere Jahre. Das Wachsen und Werden mit anzusehen ist wohltuend, denn es lehrt, sich Zeit für die Abläufe der Natur zu nehmen. Und das hilft, die allzu menschliche Ungeduld zu zügeln. Im Hier und Jetzt zu leben. Das kann nur gesund sein!

Aber auch das Durchhalten bringt uns der Garten bei: wenn immer wieder etwas misslingt, nicht aufzugeben, sondern andere Wege auszuprobieren. Um sich dann ganz besonders zu freuen, wenn nach zehn Jahren doch die Winterlinge endlich anfangen, sich so rasant zu vermehren, wie man es sich immer gewünscht hat.

Veränderungen akzeptieren - Garten heißt Veränderung

Erstaunlich, wie schwer wir uns oft mit Veränderungen tun! Alles soll so bleiben, wie es war, wie wir es kennen, denn Neues macht uns oft Angst.

Im Garten ist es immer wieder neu: Jedes Jahr ein neuer Frühling, die Jahreszeiten, das Wetter verändern sich. Und die Bäume werden größer. Das ist auch nicht für jeden leicht, manche Gartenfreunde wünschen sich, dass der scheinbar optimale Zustand sich nicht weiterentwickelt. Auch irgendwie schade...

Eine der großen Herausforderungen unserer Zeit ist der Klimawandel. Eine Veränderung, die uns auf jeden Fall Angst macht und im Garten auch für reichlich Veränderung sorgt. Plötzlich sind grüner Rasen oder Hortensienbeete nicht mehr erstrebenswert, ist es nicht mehr tragbar, so viel knappes Wasser für den Garten zu verwenden. Wir müssen umdenken, was für eine Aufgabe.

Aber ist es nicht auch faszinierend, zu schauen, was wächst in diesen extremer werdenden Zeiten?! Es macht doch Freude, wenn eine Bepflanzungsidee funktioniert, auch ohne so viel Bewässerungsarbeit. Seien wir offen, probieren wir aus, lernen wir Neues!

Neugierig sein

Wir dürfen neugierig sein! Was passiert, wenn ich diese Frucht eingrabe, wächst daraus vielleicht tatsächlich ein Baum? Wie sieht die Kombination dieser Stauden aus und welche Tiere sind ins Insektenhotel eingezogen? Neugier ist eine wichtige Eigenschaft, die uns antreibt und uns hilft, uns weiter zu entwickeln. In jeder Hinsicht.

Hingabe im Garten

Gartenbegeisterung ist eine ansteckende Leidenschaft, das sehen wir im Rahmen der Aktion Offener Garten immer wieder. Wieviel Zeit und Geld, wieviel Rückenschmerzen und abgebrochene Fingernägel investieren Gartenmenschen in ihr grünes Paradies. Und warum? Es macht sie glücklich. Es ist so befriedigend, sich einer Sache voll und ganz zu widmen und dann auch noch ein Ergebnis zu sehen. Wie ist es schön, ein Beet anzulegen: Harte Arbeit, das Vorbereiten des Bodens, das Pflanzen, vielleicht in Kälte und bei Regen, aber wie groß die Freude, wenn es dann so blüht und gedeiht, wie man es sich vorgestellt hat.

Da kann man schon mal die Zeit vergessen ...

Mir scheint es, die Gesellschaft krankt an einem Mangel an Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft – der Garten aber kann uns das beibringen - wie wunderbar.

Zusammenhänge in der Natur

Zu sehen, wie es wächst, wie aus einem Saatkorn ein Radieschen wird, ist nicht nur für Kinder total faszinierend. Und zu beobachten, wie das Wetter ist, dass trotz des Regens der Boden unter dem Baum noch ganz trocken ist und dass, wenn es zu wenig regnet, die Pflanzen viel anfälliger für Schädlinge sind, kann für Interessierte eine Offenbarung sein. Alles hängt zusammen, man muss nur hingucken. Und das zeigt uns die Beschäftigung mit den Pflanzen.

Den Wert des Essens schätzen - die eigene Ernte

Die selbst ausgesäte, vielleicht gegen Schnecken und Unkraut verteidigte Mohrrübe wird immer ganz besonders bleiben, anders als eine im Supermarkt gekaufte. Und wer eigene Gemüse und Kartoffeln anbaut, weiß, was drin ist und besonders auch, was nicht drin ist.

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Jedes Hacken und Jäten, jedes sich Beschäftigen mit der Pflanze macht die Ernte nachher umso wertvoller. Und umso befriedigender ist es, die selbst angebauten Schätze zuzubereiten und in dem Wissen um ihre Qualitäten zu verzehren.

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