Von der Schönheit der Blumenzwiebeln

Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit, das hat nicht nur mit der tollen Luft, der wehmütigen Üppigkeit in den Beeten oder damit zu tun, dass es endlich wieder Lebkuchen gibt, nein, ich liebe die Blumenzwiebelsaison.

Wenn Mitte / Ende September die vielen unterschiedlichen Zwiebeln für Krokusse, Narzissen, Zierlauch, Tulpen und Co geliefert werden, dann liegt immer ein ganz besonderer Zauber über der Gärtnerei:

Blumenzwiebelzeit 

Zum einen ist es der Duft!  Diese Mischung aus Küchenzwiebel, Raubtierkäfig (das sind die Kaiserkronen!) und großer weiter Welt!  Und dann die Vorfreude:  Diese wunderschönen Formen der verschiedenen Zwiebel-Arten, das macht schon Spaß.  Wir sind dann immer alle ganz aufgeregt, weil das Auspacken das Schönste ist.

Dabei schwelgt man natürlich in Vorfreude auf rosa-lila Tulpenträume oder freut sich, dass die wunderbare Narzisse Sweetness wieder lieferbar ist.  Und doch ist es das haptische Erlebnis, mit den so ganz unterschiedlichen Zwiebelformen zu hantieren, was uns besonders begeistert.

Zierlauch, Allium

Da gibt es ja winzig kleine Sorten mit 20 cm Höhe und nur 2 cm großen Blüten und riiiiesengroße, wie Allium giganteum, dessen Blüten gerne tennisballgroß sind.  Die Zwiebeln sind ähnlich unterschiedlich:  Manche sehen aus, wie Perlzwiebeln aus dem Glas (nur trocken, nicht sauer eingelegt), andere sind riesig und jede für sich ist eine Schönheit.  

Zierlauche sind aufregende Frühsommerblüher, die von den Bienen und Hummel geliebt werden.  Sie blühen zusammen mit Rosen und Akelei und setzen durch ihre meist kugelrunden Blüten Akzente im Beet.

Tipp:

Blumenzwiebeln werden in unterschiedlichen Qualitäten angeboten.  Die Größenangaben beziehen sich auf den Zwiebelumfang und wir haben es mal ausprobiert:  Der Unterschied in der Blütengröße bei ein und derselben Sorte ist deutlich.  Zwiebeln großer Qualität sind natürlich teurer, deshalb sind in den Mischungen, die man im Discounter günstig bekommt, eben meist auch nur die kleineren Blütengrößen drin.

Aber Zwiebeln großer Qualität machen größere Blüten! Und wir versuchen, immer die allergrößten Zwiebelgrößen für Sie zu bekommen.

Ganz unterschiedliche Zwiebel- und Knollenformen

Krokusknollen als Schönheiten zu bezeichnen mag manchem vielleicht etwas komisch vorkommen, doch achten Sie mal auf die Maserung der flachen bis kugeligen Knollen:  Sie sind so perfekt gemustert, es ist wirklich erstaunlich!  Krokusse schieben oft auch schon „Nasen“, also Triebe aus der Zwiebel, das sieht man, dass die gern in die Erde wollen.

Pflanztiefe ist für die allermeisten Zwiebeln die doppelte Zwiebelstärke, also zwei mal so viel Erde drauf, wie die Zwiebel hoch ist.  Das ist bei Krokussen nicht viel, mancher Zierlauch dagegen muss 15 cm tief in die Erde.

Lerchensporn, Corydalis haben runde Knollen, unscheinbar wie schrumpelige Kartoffeln.  Daraus treiben im Frühling die zauberhaftesten rosa und weißen Blüten, mit einem Fortsatz, der an den Kopfstutz der Haubenlerche erinnert – daher der Name dieser wildhaften Halbschattenstaude.

Iris oder Schwertlilien gibt es ja in vielen Variationen:  Große Bartiris wachsen aus Rhizomen, aber die kleinen Netziris, Iris reticulata treiben aus Zwiebeln, die wie alle hier genannten im Herbst gesteckt werden sollen.  Netziris ist ein Deutscher Name, der auf die Oberfläche der schmalen, hellen Zwiebelchen hinweist:  Ihre äußeren Zwiebelhäute bestehen aus netzartigen Fasern.  Wirkliche Schönheiten, die kleinen Zwiebeliris und sie gehören zu den allerersten Blüten im Frühlingsgarten.  

Narzissen

Narzissenzwiebeln sind rundlich, in eine Spitze auslaufend, je nach Art und Sorte sehr unterschiedlich groß und meist hellbraun.  Die äußere Hülle dient als Schutz und soll nicht entfernt werden.  Narzissen sollten grundsätzlich eher früh gepflanzt werden.   Durch geschickte Sortenauswahl kann man von Februar bis Mai blühende Narzissen in seinen Garten holen.

 

Narzissenzwiebeln werden von Wühlmäusen gemieden, denn sie enthalten ein Alkaloid mit betäubender Wirkung.

Tulpen

Tulpenzwiebeln dagegen schmecken Wühlmäusen recht gut, es gibt dafür Körbe im Handel, von denen ich nichts halte, weil sie so flach sind, dass die Wühlmäuse, die knapp unter der Erdoberfläche laufen, ganz wunderbar von oben hineinkommen.  Besser geeignet sind „Käfige“ aus Kaninchendraht, die man sich selber biegen kann und die von allen Seiten geschlossen sind.  Die Tulpen kommen durch die Löcher im Draht, die Wühlmäuse nicht.

Tulpenzwiebeln sind nun das Schönste, was man sich vorstellen kann:

Sie sind birnen- oder eiförmig mit einer deutlich erkennbaren Basis, oben laufen sie in eine kurze oder längere Spitze aus.  Jede Zwiebel ist mit einer zusammenhängenden häutigen Schale umgeben, die unterschiedlich braun gefärbt ist.

 

Wildtulpenzwiebeln sind insgesamt kleiner als Kultursorten, hier ist die Art oft an der Zwiebel richtig gut zu erkennen.  Häufig glänzen die Tulpenzwiebeln wie polierte Edelsteine.  

Ihre Vielfalt begeistert uns jedes Jahr aufs Neue.  Manche möchte man als Handschmeichler haben, manche möchte man malen....

Tulpen sollten, wie Zierlauch auch im Herbst nach den ersten Frösten gepflanzt werden.  

Sie brauchen sommertrockene Standorte, denn die Zwiebel ist ein Speicherorgan, was von der Heimat der Tulpen in trockenen Regionen erzählt:  In der Zwiebel werden Nährstoffe und Feuchtigkeit für die nächste Wachstumsperiode gespeichert, so können die Pflanzen an extremen Standorten überdauern.

Das gut gegossene Prachtstaudenbeet ist kein geeigneter Ort für Tulpen im Sommer, dann ist es günstiger, sie nach der Blüte aufzuheben, trocken zu übersommern und im späten Herbst wieder einzupflanzen.

Tipp:

Fast alle Zwiebelblüher mögen recht durchlässige Böden.  Wichtig ist eine Versorgung mit Nährstoffen.  Das kann der Kompost im Herbst im Pflanzloch sein, sollte unbedingt aber auch ein nicht zu stickstoffbetonter Volldünger in der Zeit des Austriebs im frühen Frühjahr sein.  Gut geeignet dafür ist Tomatendünger. 

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