Wenn Zwiebelblüher nicht blühen wollen

Manch ein Gartenbesitzer fragt uns, warum seine Tulpen und Narzissen nicht kommen, warum sein Zierlauch nicht blüht und wo seine Winterlinge wohl sind. Es gibt verschiedene Gründe, wenn Zwiebelblüher nicht wollen. Dazu sollte genauer unterschieden werden, ob gar nichts kommt oder nur Blätter und keine Blüten. Hier gucken wir auf die verschiedenen Probleme und wie man sie lösen kann. Dabei sollen die Standorte für die Blumenzwiebeln auch genannt werden, denn der richtige Platz im Garten ist die Voraussetzung für eine üppige Blüte. 

Es kommen nur Blätter aber keine Blüten

Blumenzwiebeln wie Tulpen und Narzissen kommen als Zwiebel optimal versorgt in unsere Gärten. Sie sind prall voll mit Nährstoffen und blühen im ersten Jahr nach der Pflanzung wunderbar. Wenn man nichts tut, werden in den nächsten Jahren werden die Blüten kleiner und weniger. Das liegt daran, dass die Tulpen und Co die ganze Kraft zum Blühen aus der Zwiebel nehmen. Nach der Blüte ist die Zwiebel ausgelaugt und hungrig, also müssen Nährstoffe her.
Düngen Sie Ihre Zwiebelblüher bei der Pflanzung im Herbst und zusätzlich im sehr zeitigen Frühjahr, wenn das Grün gerade so 3 - 4 cm aus der Erde guckt. Der beste Dünger ist ein nicht zu stickstoffbetonter Volldünger. Wir nehmen Tomatendünger dafür. Der ist Phosphor-Kali-betont und hat genau das, was Narzissen, Tulpen und Zierlauch und all die anderen Zwiebelblüher brauchen.

Selbst wenn es schon zu spät im Jahr sein sollte, ein Frühling wenig Blüten brachte: Im kommenden Frühjahr daran denken, dass der Dünger auf die austreibenden Zwiebeln kommt. Das ist eine Investition in die Zukunft, die sich lohnt.

Es kommt nichts aus der Erde

Im Herbst haben Sie mit klammen Fingern Dutzende von Zwiebeln eingegraben und es kommt einfach überhaupt nichts? Was ist da passiert? Graben Sie mal den Zwiebeln hinterher.

Matsch

Vielleicht finden Sie matschige Reste im Boden. Das deutet auf einen zu feuchten Standort (zu nassen Winter, wasserundurchlässiger Boden, zu wenig Drainage) hin. Die Zwiebeln sind vergammelt. Das wird nichts mehr, aus denen kommt nichts mehr. Schade. Wenn an diesen Standort wieder etwas gepflanzt werden soll, dann lohnt es sich, das Pflanzloch tiefer auszuheben. Geben Sie eine Schicht Steine, Schotter oder Kies als Drainage hinein und schützen Sie die Zwiebeln so vor Staunässe.

Achten Sie auf die Pflanzzeiten: Tulpen und Zierlauch sollen sehr spät, erst nach den ersten Frösten gepflanzt werden, denn dann sind viele bodenlebende Schädlinge nicht mehr aktiv.

Wühlmäuse

Es ist auch möglich, dass Sie gar nichts mehr finden. Das deutet dann sehr auf Wühlmäuse hin, die mögen sehr gerne Zwiebelblüher wie Tulpen und Zierlauch. Gegen Wühlmäuse kann man etwas tun: Biegen Sie aus engmaschigem Draht, sogenanntem Kaninchendraht, Körbe, die an allen Seiten geschlossen sind und stecken Sie dort ihre Zwiebeln hinein. Die austreibenden Zwiebeln passen durch die engen Maschen, die Wühlmäuse aber nicht. Es gibt im Handel auch Blumenzwiebelkörbe, die schützen aber nicht gut gegen Wühlmäuse, denn sie sind sehr flach und oben offen. Wühlmäuse laufen knapp unter der Erdoberfläche und gelangen ganz einfach von oben in diese Körbe.

Unberührte Zwiebeln

Vielleicht finden Sie bei Ihren Nachforschungen auch Zwiebeln, die einfach nicht ausgetrieben sind. Das passiert zum Beispiel bei Winterlingen, deren Knollen vor dem Pflanzen gerne hätten eingeweicht werden sollen, damit sie aufquellen. Wenn das versäumt wurde, der Boden trocken und der Winter niederschlagsarm war, kann es sein, dass die Winterlinge gar nicht oder nur sehr spärlich kommen. Winterlinge brauchen eine Weile, gerade in Sandböden, um in Gang zu kommen.

Tulpen, bei denen sich nichts tut fehlt vermutlich der Frost. Die Tulpenzwiebeln benötigen einen Kältereiz, damit sie zur Blüte kommen. Das ist auch bei Steppenkerzen (Eremurus) so.

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Standorte für Zwiebelblüher

Fragen Sie sich grundsätzlich, wenn Zwiebeln nicht so gut kommen, ob der Gartenplatz der Richtige ist. Auch Zwiebelblüher haben Ansprüche an ihren Standort. Die meisten von ihnen mögen sonnig und auf durchlässigen Böden stehen. Das gilt für fast alle Zierlaucharten und Krokusse, viele Narzissen und die allermeisten Tulpen.

Mancher fragt sich, ob Tulpen über Sommer ausgegraben werden müssen. Da lohnt ein Blick auf die Zwiebel: Die Tulpenzwiebel ist ein Überdauerungsorgan, denn im Sommer sind die Wildstandorte der Tulpen sehr trocken. Die Zwiebeln helfen der Tulpe, diese Sommertrockenheit zu überstehen. Nun stellen Sie sich vor, solche Tulpen stehen in unseren Gärten in den Blumenbeeten. Diese Blumenbeete sind voller Prachtstauden wie Astern und Rittersporn, die im Sommer Wasser brauchen. Das mag so eine Tulpe nicht, sie will im Sommer trocken stehen. In solchen Fällen lieber nach der Blüte ausgraben, trocken übersommern und im Herbst nach den ersten Frösten wieder in die Erde setzen.

Zwiebelblumen für den schattigen Garten

Anemonen

Anemone blanda, das Reizende Windröschen, kleine blaue, weiße oder rosa Blüten. Die Knollen sollen vor dem Pflanzen über Nacht zum Quellen in Wasser eingeweicht werden, dann erkennen Sie auch besser, wo oben und unten ist. Reizende Windröschen stehen gerne in halbschattigen Beeten, zum Beispiel bei den spät austreibenden Funkien.

Anemone nemorosa, das Buschwindröschen ist ein heimischer Waldbewohner und mag auch im Garten gerne halbschattig-schattig wachsen, ebenso das Gelbe Buschwindröschen, Anemone ranunculoides

Lerchensporn

Corydalis cava und Corydalis solida sind weit verbreitete rosa und weiße Frühjahrsblüher, deren Knollen im Herbst gepflanzt werden wollen. Sie blühen im April und sind eine tolle und wüchsige Frühlingsunterpflanzung für Gehölze. 

Hasenglöckchen

Blue Bells, das sind die wilden Hyazinthen, die in England so üppig in den Laubwäldern vorkommen. Es gibt sie auch in weiß und rosa, sie vermehren sich willig, wenn sie lockeren, humosen Boden haben. Hyacinthoides (Scilla) non-scripta und Hyacinthoides (Scilla) hispanica.

Winterlinge

Die allerfrühesten unter den Zwiebelblühern können gut zwischen Gehölzen stehen. Bitte denken Sie daran, die Knollen vor dem Pflanzen in Wasser einzuweichen.

Schneeglöckchen

Galanthus nivalis und Galanthus elwesii, die frühen und die späten Schneeglöckchen wollen nicht zu trockene Standorte, gerne im Halbschatten. Eine Kombination dieser beiden Arten beschenkt Sie mit langer, langer Schneeglöckchenblüte.

Narzissen

Bei den Narzissen sind es die Alpenveilchen-Narzissen, die auch gern halbschattig und nicht so ganz trocken stehen mögen. Das sind kleine, sehr frühe Narzissen mit klaren Blüten und zurückgeschlagenen Kranzblättern. Dieses Aussehen, das an Alpenveilchen erinnert gibt der Gruppe den Namen Cyclamineus-Narzissen. 

Blausternchen und Schneestolz

Scilla und Chionodoxa mögen durchaus halbschattig stehen. Es gibt viele Arten und Sorten dieser entzückenden kleinen Frühjahrsblüher, die sich an Stellen, die ihnen gefallen gerne vermehren.

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