Schnittblumen aus dem eigenen Garten

Vor über 30 Jahren schon haben wir in unserer norddeutschen Staudengärtnerei Bornhöved einen Schnittblumengarten angelegt. Dieser Gartenteil sollte zeigen, welche Stauden man schneiden und wie man einen solchen Gartenteil in ein großes Ganzes integrieren kann.

Blumen aus dem eigenen Garten sind derzeit wieder im Trend. Nicht nur an frischen Sträußen, sondern auch an Trockenblumen finden immer mehr Menschen Gefallen.

Auch gibt es zunehmend Blumenfarmen im Land, wo engagierte und häufig auch biologisch wirtschaftende Gärtnerinnen und Gärtner Einjährige und Stauden, aber auch Zwiebelblumen und Gehölze als Schnittblumen produzieren und anbieten.

Wenn man nun selbst darüber nachdenkt, im heimischen Garten Blumen für die Vase anzubauen, dann könnte man ja meinen, da wächst schon was – das kann doch gepflückt werden. Das ist Einstellungssache, viele unserer KundInnen finden es zu schade, die Staudenbeete zu „plündern“ und ihre Rosen und Rittersporne für die Vase zu schneiden.

So hören wir immer häufiger den Wunsch nach einem Blumengarten ähnlich einem Gemüsegarten. 

Unser Schnittblumengarten ist von Hainbuchenhecken umgeben, so praktisch wie möglich, mit 2 m breiten Beeten und Wegen dazwischen, eine Allee aus kleinkronigen Bäumen betont die Mittelachse.  Die Blumen stehen in großen Gruppen, das macht das Pflücken einfach.
Ein Farbverlauf im ganzen Garten sorgt für einen harmonischen Eindruck.

Ein eigener Schnittblumengarten – Vorbereitung

Bevor es losgeht, sollte sich gefragt werden, was man eigentlich will:  

  • Blumen für Sträuße um das eigene Haus zu verschönern, zu verschenken oder gar zu verkaufen?
  • Frische Blumen oder auch solche, die man trocknen kann?
  • Wieviel Platz ist vorhanden?
  • Wie ist der Boden und wie sind die Lichtverhältnisse?

Der Boden sollte für Schnittblumenbeete so gut wie möglich sein, humos und durchlässig, keinesfalls staunass oder sehr mager. Sie können ihn mit Kompost und Bodenaktivator verbessern. Die allermeisten Schnittblumen mögen sonnige Standorte.

Eine gute Planung ist wichtig: 

Am effizientesten sind Beete von etwa 120 cm Breite, getrennt durch mindestens 60 cm Weg.
Auf so einem Beet können je nach Art 4-5 Reihen Einjährige und 3-4 Reihen Stauden gepflanzt werden.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

Welche Arten möchten Sie anbauen, wieviele Pflanzen benötigen Sie, bzw können Sie unterbringen?
Es ist günstig, nicht nur Hauptdarsteller, also Blumen, sondern auch etwas zum Füllen, wie Gräser, schönes Grün oder Doldenblütler anzubauen. So kann man für die Sträuße, die man erntet aus dem Vollen schöpfen.

Die verschiedenen Pflanzengruppen

Einjährige Pflanzen bringen reichlich Blüten hervor, denn sie leben nur eine Gartensaison und ihr Ziel als Pflanze ist es, für die Fortpflanzung (Arterhaltung) zu sorgen. Sie sind als Schnittblumen prima geeignet, weil sie wieder und wieder Blüten schieben.
Die Frage, wann die Einjährigen vorkultiviert werden sollen, beantwortet meist ein Blick auf die Samentüte: 
In unseren Breiten hat es sich bewährt, solche Einjährigen wie Cosmeen, Jungfer im Grünen, Ringelblumen, Zinnien, Wicken, Kornblumen, Schleierkraut, Löwenmäulchen, Strohblumen oder Sommerastern vorzuziehen und nach den Eisheiligen auszupflanzen. 

Ausgesät wird im Haus, in Saatschalen oder Multitopfplatten. Die Erde dafür sollte nährstoffarm sein, später wird dann in aufgedüngte Erde vereinzelt (pikiert) und nach Mitte Mai können die Kleinen in die Beete. Es hat sich bewährt, Jungpflanzen an milden Apriltagen tagsüber zum Abhärten hinauszustellen, nachts sollten sie jedoch auf jeden Fall vor Kälte geschützt werden.

Stauden, also Pflanzen, die mehrjährig und winterhart sind, bleiben länger am Platz stehen. Sie werden mit einem Abstand von mindestens 30 cm gepflanzt und gute Schnittstauden sind Schafgarben, Sterndolden, Astilben, Schlangenkopf, Anemonen, Rittersporn, Pfingstrosen, Chrysanthemen und Sonnenbraut, aber auch Kräuter wie Lavendel, Origano, Thymian und Minze und Blattschmuckpflanzen wie Funkien, Gräser, Bergenien und Farne.

Hier ist wieder wichtig, den Standort zu beachten, große Arten können, wenn kein Baum in der Nähe ist, Schatten für die Arten geben, die es nicht so sonnig mögen.

Zwiebeln und Knollen sind botanisch gesehen auch Stauden und mit Tulpen, Narzissen und Perlhyazinthen schenken sie uns im Frühling schon sehr zeitig Blüten für die Vase. Lilien blühen im Sommer und Dahlien und Gladiolen eignen sich hervorragend als späte Schnittblumen. Die Frühjahrsblüher und die Sommer-Spätsommerblüher kann man kombinieren, indem man die einen pflanzt, wenn man die anderen aus dem Beet nimmt. Also nach dem Einwintern der Dahlien Tulpen setzen und diese nach der Blüte zum Pflanzen der Dahlien aufnehmen und trocken übersommern.

Für den Winter sollten im Haus Treibnarzissen und Amaryllis nicht vergessen werden.

Gehölze sind einerseits zum Treiben schön, Obstgehölze, Forsythien oder Flieder kann man wunderbar in Knospe schneiden und im Haus zum Blühen bringen. Andererseits schenken sie uns schönes Laub (Immergrüne für Adventsbinderei) und attraktive Zweige (roter Hartriegel).

 Mir scheint es sinnvoll, eine Wunschliste zu machen und sich dann einen Plan zu zeichnen, was wohin soll. Dann den Pflanzenbedarf auszurechnen und die Saat oder Jungpflanzen zu besorgen.

Pflege

Bewässerung ist ein wichtiger Aspekt, ohne Wasserquelle und Schläuche kann ein Schnittblumengarten nicht funktionieren. Gedüngt wird eher mehr als wenig, denn durch die ständige Ernte werden ja viele Nährstoffe entzogen. Es sollte phosphor-kali-betont gedüngt werden, um die Blütenbildung zu fördern.

Standfestigkeit ist auch ein Thema. Man kann grobmaschige Netze oder Schnüre über die Jungpflanzen spannen, in die sie hineinwachsen und so einen guten Stand bekommen oder die Sorten, die es brauchen werden einzeln gestäbt.

Beikräuter sind gerade am Anfang, wenn die Kulturpflanzen noch klein sind ein Thema und sollten im Zaum gehalten werden.

Schnecken – naja, Schnecken mögen Schnittblumen natürlich auch...

Ernte

Je nach Sorte werden die Schnittblumen vor Erreichen der Vollblüte oder voll erblüht geerntet. Der beste Zeitpunkt ist, wenn der Morgentau abgetrocknet ist und es noch nicht zu warm ist.

Wichtig für die Ausbildung immer neuer Blüten bei Einjährigen ist, die Samenreife zu verhindern, in dem zum Beispiel bei Wicken viel geerntet wird und falls sich Samenschoten bilden, diese schnell entfernt werden.

Getrocknet werden kann eigentlich fast alles. Hängen Sie Ihre Blumen zum Trocknen in kleinen Bündeln an einer luftigen, schattigen, regengeschützten Stelle über Kopf auf, bis sie ganz trocken sind. Gut geeignet dafür ist ein Carport.

 

Was macht es doch für Freude, sich das Zuhause mit üppigen Blumenarrangements zu verschönern. Ein Schnittblumengarten macht relativ viel Arbeit, aber auch ganz ganz viel Spaß!

Ich liebe es, abends durch diesen Gartenteil zu gehen und etwas für den Abendbrotstisch zu schneiden. Es ist herrlich, aus dem Vollen schöpfen zu können!

Blütezeitkalender für den Schnittblumengarten

Frühling

Bellis, Vergißmeinicht, Goldlack
Tulpen, Narzissen, Hyazinthen
Kirschen und Zieräpfel, Schneeball und Weißdorn

Frühsommer

Jungfer im Grünen, Muschelblume, Einjähriger Rittersporn
Marienglockenblumen, Fingerhut, Nachtviole, Bartnelke, Wilde Möhre, Islandmohn
Ranunkeln
Gelenkblume, Bauernrosen
Flieder

Sommer

Wicken, Schmuckkörbchen, Löwenmäulchen, Celosien, Tagetes, Zinnien
Dahlien, Lilien
Kräuter wie Minze, Basilikum, Origano, Thymian, Duftgeranien
Rittersporn, Phlox, Schafgarbe
Rosen

Herbst

Sonnenhut, Sonnenblumen
Chrysanthemen, Anemonen, Fetthennen, Astern, Lampionblumen
Gräser wie Rutenhirse, Lampenputzer
Hagebutten und Johanniskrautfrüchte

Winter

Amaryllis und Treibnarzissen
Christrose, Lenzrose (Helleborus)
Efeu, Ligusterbeeren, Ilex, Schneeball, Bux und andere Immergrüne
Zweige zum Treiben wie Zierquitte, Forsythie, Weide oder Kirsche, Pflaume, Pfirsich

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