Gräser im Garten - Finger weg von der Schere im Herbst

Gräser sind das Salz in der Suppe der Gartengestaltung. Sie vervollkommnen viele Beete, bringen Leichtigkeit und Lockerheit in die Pflanzung und geben im Herbst noch mal alles.

Es gibt sie für fast jeden Gartenplatz: Gräser für sonnige und schattige Standorte, für feuchte und trockene Böden. Manche wuchern, manche wachsen bodendeckend, viele wachsen horstig, das heißt, sie bleiben ein Tuff, der langsam immer dicker wird. Es gibt ganz kleine Gräser, wie das Bärenfellgras (Festuca scoparia), oder hohe Grasgestalten wie manches Chinaschilf (Miscanthus) oder Pampasgras (Cortaderia).

Die Wuchsform und der Standortwunsch sind entscheidend für die Gartengestaltung – wenn Boden und Lichtverhältnisse nicht stimmen, dann macht die Pflanzung wenig Sinn. Es gibt wintergrüne Gräser und welche, die sich mit einer opulenten Herbstfärbung aus dem Gartenjahr verabschieden. Die meisten Gräser haben ihre Hauptsaison im Sommer und Herbst, der optimale Zeitpunkt zum Pflanzen ist jedoch das Frühjahr.

Gräserpflege

Jetzt im Herbst ist es gut, sich eine Liste zu machen, welche Gräser in den eigenen Garten einziehen sollen, diese über Winter nicht zu verlieren und dann im Frühling die Pläne in die Tat umzusetzen. Denn Gräser sollten besser im Frühling als im Herbst gepflanzt werden.
Viele Gräser treiben spät aus, deshalb kann man gern bis April mit dem Pflanzen warten.

Lockern Sie den Topfballen gut auf, damit die Pflanzen einen leichteren Start ins Gartenleben haben und bedenken Sie beim Pflanzen Wuchsform und Platzbedarf der einzelnen Sorte. Je kleiner das Gras, desto eher sollten Sie es in Gruppen pflanzen. Solitärgräser wie Chinaschilf kommen häufig in großen Töpfen daher und dann reicht je nach Gartenplan manchmal auch eines.

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Über Sommer werden Ihre Gräser sich wunderbar entwickeln, sich im Herbst zur wahren Schönheit steigern und dann sollten Sie sie stehen lassen. Viele Gräser vertragen einen herbstlichen Rückschnitt nicht sehr gut, sie kommen deutlich besser über den Winter, wenn Sie sie lassen und erst im Frühling schneiden. Und wer will sich schon um die zauberhaften Winterbilder mit glitzernden Eiskristallen an zarten Grashalmen bringen?! Zudem überwintern in den hohlen Stängeln vieler Gras-Sorten gerne Insekten, ein Grund mehr, nicht zu früh zur Schere zu greifen. Das können Sie im Frühling tun. Dicke Horste von Reitgras oder Pfeifengras vor dem Rückschnitt zusammenzubinden hilft zu vermeiden, dass einem die Grashalme durch den ganzen Garten fliegen.

Eine Nährstoffgabe im Frühling ist auch für Gräser nicht verkehrt, ein organischer Volldünger, wie z.B. Animalin von Oscorna tut gute Dienste.

Eine Liste mit schönen Gräsern kann Sie motivieren, sich mehr mit dem Thema zu beschäftigen... .

Gräser für sonnige und trockene Standorte

● Zittergras – Briza media: ein kleines Gras mit wunderhübsches herzfömigen Ähren
● Reitgras/ Diamantgras – Calamagrostis, hübsches mittelhohes Gras mit attraktiven Rispenblüten und bogig überhängendem Wuchs
● Blaustrahlhafer – Helictotrichon sempervirens, ein sehr früh attraktives, extrem blaulaubiges Gras mit spannenden Auslesen
● Rutenhirse – Panicum, das sind schöne Gräser, die entweder straff aufrecht oder attraktiv überhängend wachsen, z.T. mit leuchtender Herbstfärbung (‘Shenandoah‘) oder hübschem blaugrünen Laub (‘Heavy Metal‘). Rutenhirsen sind sehr wertvoll für viele Vögel, die sich die Samen herauspicken.
● Lampenputzergras - Pennisetum alopecuroides ‘Hameln‘, ein Klassiker mit walzenförmigen Blütenrispen, die mit Fetthennen und Kissenastern DAS Herbsthighlight im Garten sind!
 Tautropfengras – Sporobolus heterolepis, ein duftendes (!) Gras mit sehr zarten Blütenständen und toller Herbstfärbung.

Auf sehr mageren Standorten, wie z.B. einer Dachbegrünung wachsen

Schwingel-Arten, wie Festuca cinerea (Blauschwingel), Festuca ovina (Schafschwingel), Perlgras (Melica) oder Schillergras - Koeleria glauca

Gräser für normalen Boden und Sonne

● Rasenschmiele – Deschampsia cespitosa ‘Goldschleier‘, zauberhaftes, sehr zartes Gras, bis 100 cm, bildet duftige Blütenwolken.
● Chinaschilf – Miscanthus, ach, es gibt so viele schöne Sorten mit silbrigen oder rosa Blütenwedeln, zwischen 100 und 250 cm Höhe. Eine Lieblingssorte ist ‚Kleine Silberspinne‘, die kompakt und straff wächst und sehr reichblühend ist.
● Pfeifengras – Molinia: da gibt es wunderbare sehr große Sorten mit zartesten Blüten und schönster Herbstfärbung, wie z.B. Molinia arundinacea ‘Transparent‘ und auch kurze, knuffige Sorten von Molinia caerulea, dem Zwergpfeifengras

Gräser für halbschattige und schattige Standorte

● Seggen – Carex-Arten, besonders beliebt ist Carex morrowii ‘Variegata‘, die wintergrüne, fast kugelförmig wachsende Japan-Segge mit grün-weißen Blättern. Viele weitere Seggen sind in Kultur, manche auch für Teichrandbepflanzungen.
● Japanwaldgras – Hakonechloa macra ist ein lockeres, sehr übergeneigtes extrem elegantes Gras mit etwa 40 cm Höhe, es gibt auch gelb-grünlaubige Sorten.
● Marbeln oder Simsen – Luzula, flache Bodendeckergräser mit schöner Flächenwirkung im frischen Boden

Riesen – Gräser

● Pfahlrohr – Arundo donax, bis 400 cm hoch werdend, benötigt allerdings in Schleswig-Holstein Winterschutz
● Pampasgras – Cortaderia, bis 200 cm, imposante Puschel, aber nicht zuverlässig winterhart
● Strandhafer – Ammophila arenaria, nach dem immer wieder Kunden fragen, kann ich niemandem empfehlen, der nicht mindestens einen 2 ha großen Garten hat. Der wuchert unglaublich stark, deshalb wird er ja auch zur Befestigung von Dünen verwendet.

Gräser-Kombinationen

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Je nach Standort sind Gräser schön mit kerzenblütigen Stauden zu kombinieren, diese nehmen die Wuchsform der Gräser auf und schaffen Verbindungen zum Staudenbeet. Das können Kerzenknöterich (Bistorta amplexicaule) oder Ehrenpreis-arten (Veronica) sein. Kleine Herbstschönheiten sind gut mit Hohen Fetthennen und Astern kombiniert, hohe Chinaschilfe mit Wasserdost (Eupatorium).

Herbstblühende Stauden wie Anemonen, Herbsteisenhut oder Silberkerzen geben gute Begleiter für manches Gras ab, aber auch frühjahrsblühende Zwiebeln, denn die sind dann zur Stelle, wenn das Gras noch unter der Erde schlummert.

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