Was Sie schon immer über Saatgut und Aussaat wissen wollten

Die Aussaat ist für Gartenfreunde etwas Wunderbares – und zwar immer wieder aufs Neue! In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was Sie über Saatgut und die Aussaat wissen müssen, damit ihr Garten im nächsten Gartenjahr in voller Pracht erstrahlt und Ihnen eine reiche Ernte beschert. Informieren Sie sich über die Haltbarkeit von Saatgut sowie die Bedeutung der Zusatzbezeichnung “F1” – und lesen Sie unsere goldenen Regeln zur Aussaat im Frühjahr.

Zur Haltbarkeit von Saatgut

Auf den Saatguttüten unserer Produzenten sind oft Mindesthaltbarkeitsdaten abgedruckt. Aber ist dieses bei einer Tüte in Ihrem Keller bereits überschritten, so heißt das noch lange nicht, dass hier nichts mehr keimt! Vielmehr lässt die Keimfähigkeit meist langsam nach – aus 100 % Keimfähigkeit werden nach vier Jahren beispielsweise 87 %. Machen Sie eine Keimprobe oder säen Sie einfach aus in gutem Wissen, dass immer noch genügend Samenkörner aufgehen werden. Möhrensaatgut ist bei dunkler, kühler Lagerung z. B. mindestens drei Jahre bei voller Keimfähigkeit lagerbar. Daher lassen sich hier großzügig ruhig mehrere Sorten einkaufen, so dass ein Vergleichsanbau gestartet werden kann. Duftwickensaat übersteht Lagerung auch bei warmen Temperaturen sogar mehr als zehn Jahre, ohne an Keimfähigkeit zu verlieren.

Saatgut und Aussaat

Was bedeutet die Zusatzbezeichnung “F1”?

Sorten mit der Zusatzbezeichnung F1 z. B. der Kürbis “Early Butternut F1” entstehen, indem Saatgut von einer Mutterpflanzensorte geerntet wird, die von einer bestimmten Vaterpflanzensorte bestäubt wurde. Dabei ist meist viel Handarbeit notwendig, was den z. T. erheblich höheren Preis erklärt. Dabei werden die Elternsorten so ausgewählt, dass in den entscheidenden Merkmalen (Geschmack, Resistenz gegen Krankheiten, Wuchsleistung, Fruchtgröße usw.) einheitliches Saatgut entsteht. Es handelt sich dabei allerdings nicht um genmanipuliertes Saatgut! F1-Saatgut hat den Nachteil, dass Saat, die Sie später von den Früchten in ihrem Garten ernten, bei der Aussaat nicht mehr einheitlich ist und die Merkmale der Elternarten aufspaltet. F1-Saatgut ist also nicht sortenfest.

Unsere goldenen Regeln zur Aussaat

Saatgut, das von unseren Saatgut-Lieferanten angeboten wird, keimt unter günstigen Bedingungen sehr zuverlässig. Aber für diese Bedingungen müssen Sie sorgen! Lesen Sie daher die Rückseite der Tüte aufmerksam und halten Sie sich unbedingt an die Angaben – manches ist dabei nur in Piktogrammen erläutert.

Der richtige Zeitpunkt

Ein ganz wichtiger Punkt: Planen Sie ihre Aussaaten! Erst nach den Eisheiligen, also etwa ab Mitte Mai dürfen nicht frostfeste Pflanzen nach draußen umziehen und sollten dann nicht schon zu lange auf der Fensterbank gestanden haben.

Auf die Aussaaterde achten

Gerade bei langsam keimenden Aussaaten macht sich eine gute Aussaaterde bezahlt, in der wenige Pilze und keine Wildkrautsamen enthalten sind. Außerdem haben diese Substrate meist ein gutes Wasserhaltevermögen, und so fällt weniger zusätzliche Gießarbeit an. Bei manchen Arten kann man die Keimung durch Einweichen der Saat unmittelbar vor der Aussaat (12-24 Stunden einweichen) beschleunigen. Das funktioniert bei Duftwicken (Lathyrus odoratus), aber auch bei Petersilie und vielen größeren Samen, die eine harte Samenschale haben.

Für Nässe sorgen

Saatgut darf nach der Aussaat und wenn sich die Samen oder Früchte einmal mit Wasser vollgesogen haben nie mehr austrocknen! Das hemmt nicht nur die Keimung, sondern verhindert sie durch Tod des Samens.

Die richtige Temperatur

Salat und Möhren keimen bei zu hohen Temperaturen nicht mehr – für Möhren liegt diese Maximaltemperatur bei 18° C, bei Salat liegt diese bei 20° C. Salatsaat lässt sich für sommerliche Nachsaaten überlisten, indem man abends aussät und die kühlen Nachttemperaturen nutzt. Die Keimhemmung durch zu hohe Temperaturen hält bei Salatsaatgut etwa 6 Stunden an (gerechnet ab Quellung der Saat).

Aussaaten ausschildern

Aussaaten – vor allen Dingen solche, bei denen nicht gleich etwas passiert – müssen unbedingt gut ausgeschildert werden. Dafür sind die Saatguttüten genauso geeignet, wie professionelle Etiketten. Auf das Etikett gehören immer eine Bezeichnung und der Aussaattermin.

Gärtner brauchen Geduld

Manche Saaten liegen nach der Aussaat recht lange (wie lange, steht auf der Tüte). Petersilie (Petroselinum crispum) wird beispielsweise nachgesagt, dass die Saat nach der Aussaat zunächst zum Papst nach Rom reisen muß, um sich die Keimung genehmigen zu lassen. Das dauert in der Regel sechs Wochen!

Umsichtig umsetzen

Manche Jungpflanzen lassen sich nicht ohne weiteres verpflanzen, da sie Störungen im Wurzelbereich nicht vertragen. Auf der Saatguttüte steht dann meist: “An Ort und Stelle aussäen!” Viele Vertreter aus der Familie der Mohngewächse verhalten sich so. Kalifornischer Mohn (Eschscholtzia), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Orientalischer Staudenmohn (Papaver orientalis) und Scheinmohn (Meconopsis) zählen zu diesen Kandidaten. Die günstigen Arten sät man sehr dünn an Ort und Stelle aus und vereinzelt sie bei Bedarf, da sich die Pflanzen sonst im dichten Gedränge nur zu Kümmerformen entwickeln.

Schnecken niemals unterschätzen

Schnecken sind leider Gourmets und bevorzugen zarte Jungpflanzen. Alle Aussaaten sollten daher gegen Schneckenfraß geschützt werden. Solche Pflanzen, die im Beet von Schnecken gemieden werden, sind auch in Form ihrer Keimpflanzen ziemlich immun – aber leider ändern Schnecken offenbar manchmal ihre Vorlieben. Auch Sonnenblumen und Sonnenhüte stehen auf ihrem Lieblingsspeisezettel – am besten pflanzt man hier erst solche Pflanzen ins Beet, die bereits an der Basis verholzte Stiele haben und bei denen die raue Behaarung schon voll entwickelt ist. Das klingt zwar mühsam, erspart aber die bittere Enttäuschung nach einem nächtlichen Schnecken-Überfall.

Die Qual der Wahl bei der Saatgut-Bestellung

Mitten im Winter planen wir Gärtner schon mit Freude, was das bevorstehende Gartenjahr uns bringen soll. Aber wie schwer ist es immer wieder, sich dabei für die entsprechenden Saaten zu entscheiden! Die Staudengärtnerei Bornhöved hat Ideen für Sie gebündelt und handverlesenen Saat-Sortimente zu verschiedenen Themenbereichen zusammengestellt.

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