Alles rund um die Funkie

Funkien sind etwas Tolles! Das fand auch der Bund Deutscher Staudengärtner und kürte die Gattung schon zur Staude des Jahres 2009. Als Grund dafür wird die Vielgestaltigkeit und Pflegeleichtigkeit angeführt. Und das ist wirklich wahr: Gartenbegeisterte Menschen verfallen leicht einer Art Sammel-Wahnsinn und die Gefahr ist bei Funkien nicht zu unterschätzen. Es gibt wirklich wunderschöne Farbschattierungen im Laub und den Blütenfarben. Von blau-grün, grau-grün, gelb-grün, mit weißen oder gelben Rändern oder Mitten und Blütenfarben zwischen dunkellila, helllila und weiß, da bleibt kein Wunsch offen.

Funkien und Schneckenfraß

„Haben Sie da auch so viel Ärger mit Schneckenfraß?“ Das ist die Frage, die die allermeisten Kunden und Besucher als erstes zum Thema Funkien stellen! Dabei sind die Funkien nur eine Leibspeise von Schnecken, andere Stauden fressen sie auch gerne. Meine Antwort darauf ist meistens: „Wenn man sich einfach nicht ärgert, dann machen die Viecher auch nicht so großen Schaden“ – und das stimmt! Sucht man jeden Tag nach neuen Löchern in den Pflanzen, dann muss man sich natürlich ärgern. Pflanzt man die Funkien großflächig, dann mögen das Schnecken sehr, betrachtet man es allerdings mit ein wenig Gelassenheit dann erkennt man, dass so eine Funkiengruppe genug Blätter für alle hat. Ich gebe aber natürlich zu, ist das Mittagessen mein einziges Exemplar von Hosta ’Red October’ ist es auch meine Gelassenheit nicht mehr so groß. Ändern kann man aber leider nicht wirklich etwas daran, dann also doch die Gelassenheit und die Freude an den tollen Sorten und dem Duft der Blüte.

Die Geschichte der Funkie

Die Gattung Hosta ist nach dem österreichischen Botaniker Nicolaus Thomas Host benannt. Er lebte von 1761 – 1834, unternahm viele botanische Reisen und war der erste Leiter des Belvedere-Gartens in Wien. Funkien kommen aus Asien, hauptsächlich Japan, aber auch Korea, China und Russland.

Pflanzinformationen und Standorte für Funkien

Im Garten fühlen sich Funkien an kühlen, schattigen oder halbschattigen, gerne luftfeuchten Plätzen (z. B. in Teichnähe) sehr wohl. Der Boden sollte nicht zu trocken sein, am liebsten lehmig und humos.

Die Blattfarbe zeigt, welcher Standort der rechte ist: Je gelber das Laub der Funkien, desto sonniger und trockener kann der Gartenplatz sein. Zum Beispiel ist die zierliche Sorte 'Golden Tiara' mit ihren hellgrünen, gelbrandigen Blättern sehr robust und verträgt recht viel Sonne. Auch grünblättrige Funkien können eher sonnig stehen. Die Sorten mit den weiß-grünen oder weiß-gelben Blättern und auch die blau- / grau-grünen Sorten wollen lieber an schattigere Plätze gesetzt werden. Sie verbrennen leichter in der Sonne. Gerade die gerandeten Blätter, ob weiß oder gelb - genannt wird das ‚panaschiert’ - leuchten in dunkleren Gartensituationen und hellen diese dadurch auf.

Im Garten bietet sich eine Kombination von Funkien mit frühblühenden Zwiebelblumen an. Schön sind da z. B. Schneeglöckchen, Alpenveilchennarzissen oder das reizende Windröschen Anemone blanda. Diese füllen die frühlingsleeren Stellen bis die Funkie austreibt. Wenn diese dann ihre Blätter ausbreitet wird dadurch das vergilbende Zwiebellaub verdeckt. Weitere gute Nachbarn sind Astilben, Glockenblumen, Farne, Gräser und für den Herbst Silberkerzen und Anemonen.

Hosta-Vermehrung und Sorten

Die Vermehrung der Funkien erfolgt in deren Ruhezeit im Winter. Die Horste werden ausgegraben und die Erde wird abgeschüttelt. Nun kann man die Horste in einzelne Pflanzen teilen, diese sehen faszinierend aus: eine ‚Nase’ mit Wurzeln dran. Gärtner topfen nun diese einzelnen ‚Nasen’ ein. Bis daraus fertige Pflanzen werden dauert es allerdings eine Weile, was den Preis dieser wirklich wertvollen Pflanze erklärt.

Es stehen die verschiedensten Sorten zur Auswahl. Es gibt sehr kleine und sehr große Funkien. Ein stahlblauer kleiner Schatz ist Hosta tardiana ’Halcyon’, zauberhaft ist auch die goldlaubige H. venusta ’Gold Drop’, besonders imposant sind die vasenförmigen Blatthorste von ’Krossa Regal’ oder die dicken Blätter von ’Big Daddy’.  

funkien-blogbeitrag

Der Duft der Hosta

Die Glöckchenblüten der Funkien sind meist lila, hell- oder dunkellila, aber es gibt auch einige weiße Sorten. Das Tolle ihnen ist ihr Duft! Eine faszinierende Sorte ist die ’Royal Standard’, eine Funkie mit apfelgrünen Blättern und sehr sehr späten großen weißen, stark duftenden Blüten.

Funkien im Herbst

Der Herbst lohnt überhaupt auch noch einen besonderen Blick auf die Blattschmuckstauden: Funkienblätter ziehen ein, das heißt, sie werden im Herbst gelb und dieses Gelb ist wunderschön! Manche Blätter sind ja ein bisschen runzelig oder wellig, und das ist auch dem vergilbenden Herbstlaub noch anzusehen. Das sieht schön aus!

Eine nette Geschichte über Funkien und Verwendungsideen

Die Funkie, die aufgrund ihrer Blatt-Rundung im Volksmund auch als Herzlilie oder Herzblattlilie bekannt ist, lässt sich auch wunderbar in Kübel pflanzen. In Ettenheim, einer kleinen Stadt bei Freiburg, prägt die Blattschmuckpflanze sogar ein ganzes Stadtbild. Die Ettenheimer haben die Funkie seit langem in ihr Herz geschlossen. Im ganzen Ort stehen unzählige Kübel mit der Herzlilie, die die Stadtbewohner liebevoll ihren ’Ettenheimer Spinat’ nennen: „Ja, der eignet sich sehr gut als Kübelpflanze - leicht zu pflegen und sieht das ganze Jahr über gut aus. Ettenheim ohne Funkien können wir uns gar nicht vorstellen!“

Die Verwendung in Kübeln ist eine wirklich gute Idee, am schönsten sind meiner Ansicht nach Töpfe einfach nur mit einer Sorte bepflanzt. Die Funkien darin werden mit den Jahren immer imposanter. So lässt sich manch schattiger Hauseingang, manche Treppe enorm aufwerten.

Im Sommer, wenn der Garten uns eine üppige Blütenvielfalt schenkt, dann sind die Funkienblätter auch als Schnittgrün dienlich: Sie bilden edle Manschetten um bunte Blumensträuße!

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