Nachhaltig gärtnern – Tipps und Anregungen

Kaum ein Begriff wird in letzter Zeit so vielschichtig verwendet, wie der der Nachhaltigkeit. Ursprünglich kommt das Wort aus der Waldwirtschaft des 17. Jahrhunderts und bedeutet, nur so viel Wald abzuholzen, wie sich gleichzeitig regenerieren kann. Nachhaltige Entwicklung ist also eine Entwicklung, die sicher stellt, das zukünftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, als gegenwärtig lebende. Nachhaltigkeit ist also auf die Gegenwart und auf die Zukunft ausgerichtet. In ihrem Zentrum stehen wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte.

Auf den Garten und das Gärtnern bezogen, denkt man sofort an biologisches Gärtnern, Gärtnern mit der Natur und das Schonen der Ressourcen. Und sicher ist es so, wie es immer im Naturschutz ist, dass es nur ein Versuch, ein Bemühen sein kann - niemand kann 100%ig konsequent sein. Aber wenn alle sich Mühe geben, den Garten als Teil eines Ökosystems sehen und ein bisschen bewusster mit Pflanzen, Tieren und der Natur umgehen ist schon viel gewonnen.

Wie nun kann praktisch jeder in seinem Garten etwas nachhaltiger wirtschaften? Hier kommen ein Paar Tipps und Ideen wie Sie Nachhaltigkeit in ihren Garten einziehen lassen können:

Pflanzen – nachhaltig auswählen

Mit der Pflanzenauswahl haben wir vieles in der Hand…

• Es ist ökologisch sinnvoller, eine große Artenvielfalt fördern und Pflanzengemeinschaften statt Monokulturen anzulegen.

• Naturnahes Gärtnern bedeutet, insektenfreundlich und nützlingsfördernd zu arbeiten, auf Pestizide zu verzichten – ein Garten muss nicht wie geleckt sein.

• Pflanzenstärkender Pflanzenschutz wirkt vorbeugend, wenn es den Pflanzen gut geht, sind sie nicht so anfällig. Es muß nicht darauf gewartet werden, bis die Pflanze von Pilzkrankheiten oder Schädlingen befallen ist, um zu reagieren.

• Grüne Dächer und Wände schaffen Lebensräume für Vögel und Insekten. Sie produzieren Sauerstoff und isolieren die Gebäude, so senken sie die Heizkosten.

• Achten Sie bei der Pflanzenauswahl auf die Standortbedingungen, damit die Pflanzen optimal stehen, dann wachsen sie deutlich williger und gesunder, als an unpassenden Standorten.

• Bei Obst- und Gemüse ist es sinnvoll, gesunde und robuste Sorten auszuwählen.

• Beachten Sie die Prinzipien der Mischkultur und Fruchtfolge im Gemüsegarten beachten, damit sich die Pflanzen gegenseitig stärken, statt sich Kraft zu nehmen.

• Eine Hecke ist ökologisch wertvoller als ein Zaun, weil Tiere darin brüten, sich verstecken und evtl. Nahrung finden können.

• Unkraut kann man auch mal stehen lassen, denn nur wo Brennnesseln wachsen, können manche Raupen zu Schmetterlingen werden.

Tiere nachhaltig unterstützen

Im Garten ist man nie allein...

• Viele Tiere unterstützen uns als Schädlingsbekämpfer und Gartenhelfer: so fressen Vögel Blattläuse, Igel und Kröten fressen Schnecken und viele Insekten befruchten die Pflanzen im Garten oder helfen bei der Umsetzung von organischem Material zu Humus.

• Damit die Tiere sich wohl fühlen, sollten Sie ihnen Unterschlupfmöglichkeiten wie Insektenhotels oder Vogelkästen anbieten. Stein- Laub und Totholzhaufen schaffen ebenfalls Lebensräume für Tiere.

• Es ist schön, wenn Wege nicht zu dicht gepflastert sind, in Ritzen wohnen Wildbienen und andere Insekten.

• Der Boden sollte möglichst wenig versiegelte Fläche haben, damit das Regenwasser versickern kann.

Wasser sparen – nachhaltig wirtschaften

Wasser ist ohnehin ein kostbares Gut, nicht erst nach den trockenen Jahren macht es Sinn, darüber nachzudenken, wie man mit weniger Wasser auskommt.

• Regenwasser kann auffangen in Tonnen, Zisternen oder einem Teich. Man kann auch Wasser im Haushalt sammeln, z.B. vom Salat oder Gemüse waschen

• Es macht einen großen Unterschied, wann und wie man seinen Garten bewässert: morgens ist sinnvoller als abends. Selten und durchdringend ist viel sinnvoller als häufig ein bisschen, denn das verdunstet schneller und die Pflanzen werden nicht angeregt, tiefe Wurzeln zu bilden.

• Von Hand gießen, zum Beispiel mit einem Gießgerät am Schlauch oder der Gießkanne ist sinnvoller, als mit dem Sprenger zu arbeiten, weil der auch viel daneben gießt.

• Mulchen Sie Beete mit Laub oder Rasenschnitt, die Bodenbedeckung hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt zusätzlich das Unkraut

• Auch eine Standortgerechte Pflanzenauswahl spart Wasser!

Boden nachhaltig Bewirtschaften

Der Boden ist das Wichtigste im Garten, er will gepflegt und gut behandelt werden, nur dann können Pflanzen gesund in ihm wachsen.

• Eine Nährstoffversorgung der Pflanzen ist unerlässlich, denn dadurch wachsen die Pflanzen gesund. Düngen Sie möglichst ohne Chemie, z.B. mit Kompost und Mist, das ist Bodenpflege

• Kompost ist das Gold des Gärtners, das ist wirklich wahr, denn im Kompost wird aus Küchen- und Gartenabfällen wunderbare frische Erde, die der Bodenverbesserung dient und die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Legen Sie unbedingt einen Komposthaufen an.

• Freie Flächen, z.B. im Gemüsegarten können mit Gründünger eingesät werden. Das wirkt bodenstärkend, nährstoffanreichernd und schattiert den Boden, bewahrt ihn so vor Austrocknung

• Sie können Brühen und Jauchen zur Pflanzenstärkung einfach selber herstellen - lesen Sie mehr dazu in unserem Blogbeitrag

• Achten Sie auf die Inhaltsstoffe Ihrer Pflanzerden, Blumenerde aus Torf muss nicht sein, es gibt gute torffreie Alternativen mit Kokos- und Kompostanteilen.

Upcyling – nachhaltige Wiederverwertung

Grundsätzlich ist es sinnvoller, wiederzuverwenden, zu reparieren und Upcyling als neu zu kaufen:

• Seien Sie kreativ, wenn es um Pflanzgefäße geht: Zur Anzucht kann man Töpfe aus Zeitungspapier mit Paper Pottern herstellen, Klopapierrollen verwenden oder Plastikgefäße von Joghurt und Gemüse wiederverwenden.

• Regionales oder auch gebrauchtes Baumaterial zu verwenden ist sindvoll, z.B. auf Heimische Hölzer bei Gartenmöbeln zurückgreifen, alte Weinkisten für Gartensitzmöbel verwenden oder Hochbeete aus alten Ziegelsteinen bauen.

• Werkzeuge sollten hochwertig und langlebig sein, wenn sie dann gut gepflegt werden, können sie uns sehr lange Zeit gute Dienste tun.

• Handwerkzeuge sind energiesparender als Benzin- oder Elektrowerkzeuge.

• Manche Geräte, wie z.B. Vertikutierer kann man leihen statt sie zu kaufen oder man schafft Werkzeuge und Maschinen mit den Nachbarn gemeinsam an.

• Vieles lässt sich auch gebraucht kaufen

• Möglichst plastikfrei gärtnern

• Eine Solaranlage im eigenen Garten ist vielleicht eine Möglichkeit der Stromgewinnung.

• Für Nachtaktive Insekten ist es wichtig, Lichtverschmutzung zu vermeiden, außerdem spart es Strom, seine Gartenbeleuchtung nicht die ganze Nacht brennen zu lassen.

Seelenpflege – Nachhaltigkeit für Gärtner:innen

Lassen Sie es sich im Garten gut gehen, die Seele baumeln lassen, auftanken, denn er ist für die Seelenpflege und für das Wohlbefinden des Gärtners und der Gärtnerin da!

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