Der Kompost - Gold der GärtnerInnen

Kompost ist das Gold der Gärtner

Aus Laub und Zweigen, Unkraut und Küchenabfällen entsteht neue, gute Erde. Im Prinzip passiert ja in der Natur nichts Anderes: Die Laubgehölze werfen im Herbst ihre Blätter ab, die Stauden ziehen über Winter ein, es bleiben nur trockene, braune Reste übrig. Diese werden dann unter Mithilfe von Bodenlebewesen wieder zu Erde - so bleiben die Nährstoffe im Kreislauf. Im Garten ist das anders, da wird vieles abgeschnitten, weggefegt und ausgejätet, das Trockene an den Stauden im Frühling entfernt. Dadurch entsteht ein Mangel an Nährstoffen, der dann durch eine gezielte Düngung oder eine Kompostgabe ersetzt werden muss.

Wie nun macht man Kompost? Warum haben so viele Menschen Angst vor einem stinkenden Müllberg im Garten in dem womöglich Ratten hausen?

Was darf in den Kompost und was lieber nicht?

Gerade wenn man die Reste von der Lebensmittelzubereitung kompostiert, ist es wichtig, darauf zu achten, was lieber nicht auf den Kompost soll: Das sind Reste von Fleisch, Käse, Backwaren. Geeignet für den Kompost sind Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz und Teeblätter und Eierschalen.

Im Garten kann außer Pflanzenteilen, die mit Wurzelälchen oder Kohlhernie infiziert sind fast alles auf den Kompost. Bei Unkräutern gilt es zu beachten: Wurzelunkräutern wie Giersch und Quecke lieber nicht auf den Kompost und bei Unkräutern, die schon Samen angesetzt haben, bin ich auch lieber vorsichtig. Auch Blätter von Eiche und Walnuss sollten wegen der vielen Gerbsäure nicht in zu großen Mengen auf den Kompost. Manche GärtnerInnen legen einen eigenen Kompost für Wurzelunkräuter an, eine Freundin hat genau für diese Fälle einen Thermokomposter neben dem Komposthaufen stehen.

Aufbau eines Komposthaufens

Der Platz für einen Komposthaufen sollte halbschattig bis schattig sein, wichtig ist darauf zu achten, dass der Kompost nicht zu trocken wird. Bei sehr trockenem Wetter sollte ein Kompost auch mal gegossen werden. Der Komposthaufen oder die Kompostmiete sollte Bodenkontakt haben, damit Bodenlebewesen, die Pflanzenreste in Humus umwandeln Zugang haben. Eine Lage Maschendraht auf dem Boden verhindert das Eindringen von Wühlmäusen.

Wichtig beim Befüllen eines Komposthaufens ist, dass grobe Abfälle (Strauchschnitt) mit feinen (Rasenschnitt) und feuchten (Gemüsereste) und trockenen (Blätter im Herbst) gut gemischt und locker aufgeschichtet werden. Der Kompost darf nicht verdichtet werden, da er durch den entstehenden Sauerstoffmangel faulen würde und das stinkt und das ergibt keine schöne neue Erde.

Es gibt Zuschlagstoffe, die die Mikroorganismen bei ihrer Arbeit unterstützen. Das sind Hornmehl als Stickstofflieferant, Stein- und Algenmehle, die Spurenelemente liefern oder Kompostbeschleuniger, die alle benötigten Nährstoffe in perfektem Verhältnis enthalten, und so den Umwandlungsprozess beschleunigen. Auch etwa reifer Kompost ist eine gute Starthilfe für einen neuen Komposthaufen.

Was ist bei Kompost-Quartieren zu beachten

Optimal sind zwei oder drei Kompost-Quartiere: Einer für den frischen Kompost, der aktuell anfällt Einer, auf den der frische Kompost nach etwa 3 Monaten umgesetzt wird und wo er noch ein halbes Jahr reifen kann. Und wenn genug Platz ist noch ein dritter, auf den wiederum der frische Kompost nach 3 Monaten umgesetzt wird um dann dort zu reifen.

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Ein Kompost braucht etwa ein dreiviertel Jahr bis ein Jahr bis er fertig ist. Dann wird die Humuserde gesiebt, grobe Stücke kommen einfach noch einmal auf den neuen Kompost. Lässt man den Kompost länger reifen, wird der Anteil der Nährstoffe zwar geringer, aber lange gereifter Kompost enthält langlebige Humuskomplexe, die den Boden nachhaltig verbessern.

Ein Kompostquartier kann 2x2 Meter oder 3x3 Meter sein, abgetrennt durch Holz oder was grad so da ist. Wichtig ist, dass der Rotteprozess in Ruhe stattfinden kann, so ein Kompost kann auch schon mal ganz schön warm werden! Wenn er ordentlich gemacht ist, dampft er durchaus manchmal. Die entstehende Wärme tötet – so ist es im Idealfall – Unkrautsamen und Wurzeln ab.

Man kann aus allem eine Wissenschaft machen, muss man aber nicht. Es soll ja praxistauglich sein! Viele GärtnerInnen haben nur einen Komposthaufen: Einen Komposthaufen, auf den alles kommt, was anfällt (außer Wurzelunkräutern und siehe oben), er bleibt 2-3 Jahre stehen und wenn man dann mal dazu kommt, wird die oberste Schicht abgetragen. Darunter ist wunderbare Erde entstanden, die dann auf Beete ausgebracht oder ins Topfsubstrat beigemischt wird. Mit dem, was oben abgetragen wurde, fängt man dann einfach unten wieder an.

Kompost im Garten verwenden

Ausgebracht wird Kompost, um die Struktur sehr sandiger oder auch sehr lehmiger Böden zu verbessern. Er kann jedes Jahr im Frühling oder Herbst auf die Beete verteilt werden. Auch für Neuanlagen empfiehlt sich eine gute Gabe vom Gold des Gärtners um den Pflanzen den Start zu erleichtern.

Tipp: Komposttee

Komposttee ist ein Kaltwasserauszug aus Kompost zur Pflanzenstärkung. Angesetzt wird 1 Liter reifer Kompost auf 10 l Wasser, einige Stunden ziehen lassen, rühren. Abseihen und 1:5 mit Wasser verdünnt spritzen oder gießen. Wirksam bei Rosen vorbeugend gegen Pilzkrankheiten. Bei Gemüse, für Jungpflanzen und alle, die eine Extra-Stärkung nötig haben.

Flächenkompostierung

Spannend finde ich auch die Idee von Flächenkompostierung: Ganz frische, gut gemischte Kompostgrundzutaten können als Mulchschicht im Garten ausgebreitet werden. Dieser Rohkompost, in dem die Einzelteile noch gut zu erkennen sind, spart sich den Weg über den Komposthaufen und bringt direkt Nährstoffe in die Beete. Das geht gut zwischen Sträuchern, Obstgehölzen oder im Gemüsegarten.

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