Garten im Klimawandel

Gartenbesitzer stehen vor Veränderungen:

Wie kann der Garten der Zukunft aussehen, wenn es immer trockenere Sommer gibt, aber manchmal auch durchaus heftige Regenzeiten und mildere Winter?
Wie kann der Garten sich in Zeiten des Klimawandels verändern, entwickeln?

Grundsätzlich ist es im Garten ja eigentlich gar nicht so schwer, ökologisch verantwortungsvoll zu handeln. Standortgerechtes Pflanzen ist da das Wichtigste und das predigen wir ja sowieso immer.

Standort

Das bedeutet, zu gucken, wie ist der Boden, eher sandig oder lehmig, denn das sagt etwas über die Nährstoff- und Wasserhaltekraft des Bodens aus. Und wie sind die Lichtverhältnisse? 

Wählen Sie Ihre Pflanzen so aus, dass diese sich in Ihrem Garten wohl fühlen. Natürlich fühlt sich auch eine Rose im Sandboden wohl, wenn sie genug gegossen und der Boden verbessert wird, aber das bedeutet immer relativ viel Arbeit und im Sommer in Urlaub fahren kann man dann schon mal nur, wenn man jemanden hat, der das Gießen übernimmt.

Und man muss sich ja auch fragen, ob es nicht ökologisch sinnvoller ist, erstmal zu schauen, wie die Bedingungen sind und dann zu entscheiden, was gepflanzt wird.

New German Style nennt sich diese Art der Pflanzenverwendung, Stauden und Gehölze nach ihren Lebensbereichen zu pflanzen. 

„Ich will aber Hortensien“ - das ist natürlich ein Problem, wenn man nur vollsonnige Standorte auf Sandboden hat. Aber zum Glück kann das ja jede Gartenbesitzerin und jeder Gartenbesitzer selber entscheiden.

Was nun tun?

Eine Art, damit umzugehen, ist natürlich, Bewässerungsanlagen einzubauen. Das ist sicher für viele Gartenbaubetriebe auch ein Geschäftsmodell, für manche Menschen die Lösung, aber ist es das wirklich? In Zeiten, wo wir alle über Nachhaltigkeit reden, kann es meiner Meinung nach nicht die optimale Lösung sein!

Man kann sich doch auch mal eingestehen, dass der eigene Garten für manche Pflanzen nicht der richtige Ort ist...

Eine Lösung

Wir plädieren dafür, auch mal andere Pflanzen auszuprobieren. Pflanzungen zu planen, die ohne Zusatzbewässerung auskommen.  Und Pflegemaßnahmen zu ergreifen, die vielleicht ungewohnt, aber hilfreich sind, wie z.B. das Mulchen. 

Arten

Sicher ist es ein Konzept, sich überwiegend heimische Pflanzenarten in den Garten zu holen. Oder auf bisher bewährte Pflanzen wie Lebensbaum und Scheinzypresse, aber auch englischen Rasen zu setzen. Weitsichtiger scheint es, mal in anderen Pflanzengesellschaften zu gucken, so z.B. bei den Nordamerikanischen Präriestauden. Diese Pflanzengesellschaften weisen eine erstaunliche ökologische Flexibilität auf, Starkniederschläge sind ebenso wenig ein Problem wie extreme Trockenheit.

Natürlich muss man bei Verwendung von Pflanzen aus anderen Regionen immer auf die Winterhärte achten und darauf, wie invasiv die Arten sich in unseren Breiten benehmen.

Typisch für Prärie-Arten sind der späte Austrieb und die sehr rasche Entwicklung, sobald es wärmer wird.

Schön sind Bänder oder Gruppen einer Art mit eingestreuten Einjährigen und Solitärgräsern.  

Dazu verfärbende Gehölze für einen attraktiven Herbstaspekt.

Viele dieser Pflanzen machen tiefe Wurzeln und kommen so besser mit Trockenstress klar.
Beispiele dafür sind Indigolupine (Baptisia), Blausternbusch (Amsonia), Präriesalbei (Salvia azurea 'Grandiflora') oder Nachtkerze (Oenothera tetragona 'Fyrverkeri')  ….......

Für den Frühlingsaspekt sorgen Zwiebelblüher wie Wildtulpen und Krokus, aber auch Zierlauch und Präriekerzen.

Gehölze

Es wird seit einiger Zeit daran geforscht, welche Gehölze in unseren Breiten wachsen und mit den geänderten Klimabedingungen klar kommen. Das sind zum Beispiel der Apfeldorn, der Ginkgo, Gleditschien, Eisenholzbaum, Amberbaum, Zierapfel oder Kreuzdorn. Aber auch weniger bekannte Sorten von Eiche und Esche, Linde und Ulme.

Wer einen neuen Garten anlegt, sollte sich vorab informieren.
Vieles will noch ausprobiert werden, wir sind mitten in einer Entwicklung.

Tipp

Wenn die Sommer immer trockener werden, ist es sinnvoll, Gehölze unbedingt im Herbst zu pflanzen und nach der Pflanzung zu mulchen.

Pflegemaßnahmen

Das Mulchen hält die Feuchtigkeit im Boden. Gemulcht werden kann mit zerkleinertem Rückschnitt aus dem eigenen Garten, mit Rasenschnitt, Stroh, Pferdemist oder im Herbst mit Falllaub. Achten Sie darauf, keine Wildkräuter mit ausgereiften Samen zum Mulchen zu nehmen, damit Sie sich nicht irgendetwas in den Garten holen, was Sie nicht wirklich haben wollen...

Brennnesseln sind im Prinzip gutes Mulchmaterial, denn sie versorgen den Boden mit Stickstoff – allerdings sollten sie nur vor der Saatreife verwendet werden. 

Eine Pflanzung mit sonnenliebenden Wildstauden Nordamerikas ist immer dynamisch. 
Hier sollte durch Entfernen gestaltet werden, viele Pflanzen verbreiten sich durch Selbstversamung und bringen jede Menge Veränderung mit. Das gibt charmante, wildhafte Aspekte, die verwoben daherkommen, die man aber nicht einfach sich selber überlassen kann, dann wird es chaotisch und die Starken verdrängen andere.

Gartengestaltung

Heiße und trockene Sommer sind nicht für jeden Nordeuropäer eine reine Freude.

Wer auch mal im Schatten sitzen mag, sollte sich Rückzugsorte schaffen. Das können Schattengärten sein, aber auch andere Formen von Sitzplätzen, z. B. unter Sonnensegeln, Pergolen oder großen Bäumen.

Schattige Standorte werden in Zukunft heiß begehrt sein. So macht es Sinn, schon beizeiten einen Baum zu pflanzen. 

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